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ONE WORLD BERLIN - Medienfestival zum Thema Menschenrechte |
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Donnerstag, 10 November 2005 |
Unter dem Motto "the world is more than icons" und dazu passenden, kreisrunden
Logo-Animationen findet vom 16. bis zum 23. November 2005 zum zweiten
Mal die Berliner Variante des tschechischen "One World Festivals" statt.
Das "One World Berlin - Medienfestival zum Thema Menschenrechte" möchte
mit Filmen, Videos, Konzerten, Diskussionen, Workshops und Lesungen
über Menschenrechte und ihren Geltungsbereich, Verletzungen sowie Verfechter informieren und
diskutieren.
Ein Teil des diesjährigen Programms widmet sich dem oben erwähnten
Festivalmotto entsprechend dem Verhältnis von Menschenrechten zu Medien
und Kunst.
Die regionalen Schwerpunkte des Festivals bilden die beiden
Filmreihen "Lateinamerika im Spannungsfeld zwischen Menschenrechten,
Demokratie
und Neoliberalismus, Globalisierung" sowie "Tschetschenien jenseits des
Krieges".
Im weiteren Programm finden die Preisträger von "One World Prag" und des Kurzfilmwettbewerbs "BL!NDSPOT 2005 - Unsichtbares
sichtbar machen" sowie anderen
Festivals.
Die Filme/Videos sollen mit Einführung und Diskussion vorgestellt und
von Menschenrechtsorganisationen und Initiativen mit kompetenten
Gästen/Referentinnen und Referenten inhaltlich begleitet werden. Neben den Film- und Videovorführungen gibt es noch Lesungen,
Konzerte und Workshops, z.B. "Videoactivism - Video als Dokumentations- und/oder Aktionsmedium".
Aus medienjournalistischer Sicht sind besonders folgende Programmpunkte interessant:
Im Film "Weapons of Mass Deception" deckt Regisseur und "media
dissector" Danny Schechter basierend auf seinem gleichnamigen Buch die
enge Verflechtung zwischen dem amerikanischen politischen Establishment
und den Medien während des jüngsten Irakkrieges auf.
Die "Video Reports from Iraq" von Salam Pax
Salam Pax ist das Pseudonym eines Bloggers aus Bagdad, dessen Site
„Where is Raed“ (benannt nach einem verschollenen Freund, zu dem Salam
über das Blog Kontakt halten wollte) während (und nach) der Invasion
des Iraks 2003 beträchtliches Aufsehen erregte. Salam Pax berichtete
vom Krieg, von seiner Homosexualität, seinen Freunden, dem Verschwinden
von Personen unter Saddam Husseins und seiner Arbeit.
Es wurde sogar darüber spekuliert, ob Salam möglicherweise ein Agent
der Vereinigten Staaten sei, der Desinformationen über den Krieg
verbreiten sollte. Im Mai 2003 hatte die britische Tageszeitung "The
Guardian" ihn schließlich ausfindig gemacht. Salam war ein 29-jähriger
irakischer Architekt, der tatsächlich in Baghdad lebte und von dort aus
berichtete.
Jetzt arbeitet er für den Guardian im Irak – mit 2 Digikameras, 1
Laptop und einem SUV. Er durchstreift das Land und in den jeweils 15
Minuten langen Filmen erfährt man mehr über das Leben im Irak als in
täglich 30 deutschen Tageszeitungen zu lesen ist.
"Seeing is believing" zeigt, wie die modernen
Kommunikationstechnologien Camcorder und Mobiltelefon indigenen Völker
und andere betroffene Gruppen das Rüstzeug zur Dokumentation der
eigenen Situation und Zugang zur medialen Verbreitung davon gegeben
hat. Nun können Fach- und breitere Öffentlichkeiten darauf aufmerksam
gemacht und Veränderungsmöglichkeiten eröffnet werden.
In Prag wird das Festival von der Hilfsorganisation "People in
Need" organisiert, die auch eng mit den Berliner Veranstaltern, dem
"Haus der Demokratie und Menschenrechte" und der EYZ-Kinogruppe,
zusammenarbeitet.
Download: Programmheft als PDF-Datei (1,51 MegaByte)
Download: Festival-Trailer als QuickTime-Datei (1,0 MegaByte)
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